Thema: Beikost...

... oder "Eine Mama am Rande der Verzweiflung"


Die Beikost und ihre Einführung ist definitiv ein Thema an dem sich die Geister scheiden und Mütter (fast) verzweifeln können. An dieser Stelle möchte ich mich gerne mal mit einschließen. Fragen, die ich mir zu Anfang vor allem gestellt habe:

1. Wie mache ich es richtig?
2. Gibt es überhaupt ein "richtig" oder "falsch" bei diesem Thema?
3. Was mache ich wenn mein Kind nicht so will wie ich mir das vorstelle?

... oder sollte man einfach nur seinem Bauchgefühl folgen? Mir jedenfalls hat dieses Thema immer mehr Kopfzerbrechen und Bauchschmerzen bereitet je älter Joris wurde und je näher die Auseinandersetzung mit diesem Thema rückte. Genau aus diesem Grund möchte ich euch gerne ein wenig von meinen Erfahrungen berichten. Vielleicht geht es einigen Mamas ja genau so wie es mir ging...

Anfangs machte ich mir wenig Gedanken um das Thema "Beikost". Klar, solange das Kind gestillt wird oder wie in meinem Fall das Fläschchen bekommt muss man das ja auch nicht. Aber wie das so ist, werden die Kleinen viel zu schnell groß und so musste ich mich vor nicht allzu langer Zeit dann doch dem Thema stellen. Ich suchte mir also Rat bei einer Freundin, deren Tochter mittlerweile zehn Monate alt ist, kaufte mir Bücher in denen es um die Beikost und ihre Einführung geht und las fleißig Foreneinträge im Internet. Vielleicht war es zu viel des Guten, da jeder zu diesem Thema eine andere Meinung zu haben scheint.

Es heißt es auf der einen Seite man solle zuerst eine Gemüsesorte einführen, vorzugsweise Karotte, Kürbis oder Pastinake. Soweit, so gut. Das an sich war für mich auch nicht das große Problem. Joris bekam also genau zwischen zwei Milchmahlzeiten ein wenig Karotte, danach Kürbis (Pastinake ist nicht so seins). Er mochte beides sehr gerne und freute sich immer wie ein Schneekönig sobald der Löffel in seinem Mund landete. Die Problematik bestand dann darin den Brei nicht nur als Zwischenmahlzeit zu füttern, sondern eine Flaschenmahlzeit durch ihn zu ersetzen.

Meine Hebamme sagte mir ich solle dann auf jeden Fall darauf achten Joris zur Mahlzeit genug zu Trinken anzubieten. Na gut, aber wie viel ist genug? 100 ml? 50 ml? 30 ml? Ich hatte keine Ahnung und war total unsicher. Hatte Angst Joris könnte dehydrieren, da er ja nun ganze 200 ml (Milch) weniger "trinkt". Dazu kam dann das Problem, dass ich zu Anfang dachte es ersetze schon eine Flaschenmahlzeit wenn man nur Gemüse füttert. Dem ist natürlich nicht so, da Gemüse allein keine Sättigungsgrundlage bietet. Um eine ganze Mahlzeit zu ersetzen benötigt es immer zusätzlich Kartoffeln, Reis oder eine andere kohlenhydrathaltige Beigabe zum Gemüse. Ich wunderte mich also warum Joris nach der Breimahlzeit trotzdem noch Hunger hatte und regelmäßig anfing zu schreien. Sowas frustriert schon, vor allem wenn man denkt man habe sich im Vorfeld genug Wissen angelesen oder bei Bekannten oder Fachpersonal eingeholt.

Ich unterhielt mich also nochmal mit meiner Freundin mit der Tochter und sie meinte ich solle mich erst einmal davon frei machen Joris zu ganz bestimmten Uhrzeiten seine Fläschchen zu geben. Bisher hatte ich es nämlich immer so gehandhabt, dass er pünktlich alle drei Stunden seine Flasche bekam. Ob er wirklich Hunger hatte oder nicht kann ich gar nicht sagen. Ich dachte aber ich müsse aus irgendeinem Grund diese festen Zeiten einhalten. Ich versuchte es also letzte Woche dann mal anders anzugehen und fütterte nur noch wenn Joris wirklich signalisierte, dass er Hunger hatte. Und seit einigen Tagen klappt es nun mit dem Ersetzen der Mittagsmahlzeit durch Brei. Momentan gibt's bei uns Süßkartoffeln mit Karotten. Bald werde ich mich dann wohl auch mal an eine Mahlzeit mit Fleisch herantrauen. Denn wichtig ist zu beachten immer nur eine neue Komponente beim Essen zuzugeben. Also schaut man beispielsweise erst ob das Kind Karotte mag und verträgt, schaut dann wie es sich mit Karotte und Kartoffel/Reis verhält und gibt erst dann die neue Komponente Fleisch dazu. Dies ist wichtig einzuhalten um sicher zu sein an welcher Komponente es lag falls eine Unverträglichkeit/allergische Reaktion auftritt. Ich bin mitlerweile um Einiges entspannter geworden was Joris' Essenszeiten angeht und kann nur jedem empfehlen nicht zu verkrampft zu sein, auch wenn es immer leichter gesagt als getan ist.

Ich war definitiv zu verkrampft und versuchte auf Biegen und Brechen meinen Sohn zum Brei essen zu bewegen weil ich der Meinung war er sei nun alt genug und das mit dem Brei essen könne doch so schwer nicht sein. Je mehr ich aber las und meinte es nun wissen zu müssen desto schlimmer wurde es und desto weniger nahm Joris den Brei an. Mein Fazit aus dieser Geschichte lautet wohl einfach, dass man es sich selbst und vor allem seinem Kind nicht schwerer machen sollte als es ohnehin schon ist. Handelt nach eurem Bauchgefühl und probiert einfach aus, irgendwie findet es sich alles schon. Und vor allem: Gebt euch und eurem Kind die nötige Zeit. Ich habe definitiv gelernt, dass die Kleinen diese Zeit einfach brauchen um das Neue kennen zu lernen. Je mehr man versucht zu organisieren desto mehr geht es nach hinten los. Gerade für mich war das eine Lektion, die ich schwer lernen musste da ich generell eher ein sehr organisierter Mensch bin und dazu neige feste Zeiten für alles ein zu planen. Sich davon frei zu machen und es auf eine andere, bessere Art zu versuchen, fiel mir wirklich schwer. Es lässt sich mit Kind aber nun mal so Vieles nicht mehr planen, daher ist es am sinnvollsten sich einfach damit abzufinden und zu versuchen einen neuen, entspannten Weg für sich und sein Kind zu finden.

In diesem Sinne, alles Liebe und bis bald!
Eure Lisa

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