Studieren mit Kind? Studieren trotz Kind?!

Zwischen Uni-Stress und Kackwindeln...


"Du bist schwanger... Und wie machst du das jetzt mit der Uni?!?!"... Ich kann mich noch mehr als gut an die Worte einer damaligen Kommilitonin erinnern als ich erzählte welches Wunder mir gerade wiederfährt. Schwanger. Wow! Geplant hatte ich das definitiv nicht. Und doch haben mein Herzmann und ich es irgendwie darauf angelegt, dass es in naher Zukunft soweit kommen wird. Was ist auch dabei gewesen? Er, Anfang 30 und mitten im Berufsleben und ich, 23 Jahre alt, zwar Studentin aber durchaus gewillt auch eine Mama zu sein. Was da so auf mich zukommt konnte ich nicht auch nur im Geringsten erahnen. Und dennoch, ich verschwendete mit Sicherheit nicht auch nur einen Gedanken an die Uni als ich den positiven Test in der Hand hielt. Aber die Frage war natürlich durchaus berechtigt. In dem Moment als sie mir gestellt wurde, konnte ich sie aber nicht beantworten.

Muss man wegen eines Kindes gleich das Studium schmeißen? Mit Sicherheit nicht! Es erfordert nur ein wenig mehr Disziplin und Organisation. Das typische "Studentenleben" kenne ich nicht mehr. Am Wochenende (und auch unter der Woche) von einer Party zur nächsten tanzen, sich nur um sich selbst kümmern müssen... Diese Zeiten sind vorbei. Ich vermisse sie nicht.
Wer sagt überhaupt das man nicht auch mit Kind noch Spaß haben kann? Es ist eben anderer Spaß. Ich freue mich jetzt darüber wie mein Baby das erste Mal seine Kopf alleine hält, wie er es schafft sich vom Bauch auf den Rücken zu rollen, wie er anfängt zu brabbeln oder wie er das erste mal Brei ist und sich dabei freut wie ein Schneekönig. Welcher Spaß auf Parties kann schöner sein als diese Erlebnisse mit seinem eigenen Kind? Vielleicht ist es einfach eine Frage der Bereitschaft dazu eine Mama zu sein gewesen, die einige meiner Kommilitoninnen und mich dazu gebracht hat verschiedene Wege zu gehen. Ich hinterfrage dies schon lange nicht mehr, denn durch die Schwangerschaft habe ich so viele neue liebe Menschen kennenlernen dürfen, die mich seitdem auf meinem Weg begleiten. 

Aber jetzt mal tacheless: Der Uni-Alltag ist mit Kind definitiv um einiges anstrengender. Die Uni an der ich studiere zeichnet sich durch ihre Familienfreundlichkeit aus. Eine familienfreundliche Hochschule... Sowas gibt's meiner Meinung nach nicht. Seminare und Vorlesungen sind auch dort so bescheiden gelegt, dass man ohne Betreuung für sein Kind nicht weit kommt. Glücklicherweise übernimmt meine Mama einmal die Woche für zwei Stunden die Aufsicht für Joris, so dass ich 6 Wochen nach der Geburt bereits wieder mit einem Seminar ins Studium einsteigen konnte. Ich habe mir nie groß Gedanken gemacht wie ich das nach der Geburt managen werde, habe es einfach auf mich zukommen lassen und versucht mir keinen Stress zu machen. Und tatsächlich klappt es bisher echt prima. Natürlich ist es anstrengender und man muss sich eben abends noch mit Uni-Kram beschäftigen, wenn der Kleine im Bett ist. Manchmal kommen Selbstzweifel und ich frage mich ob ich das alles schaffen kann. Sind solche Gedanken erlaubt? Ich denke schon. Gerade in Zeiten von schriftlichen Arbeiten und Klausuren ist das Studium mit Kind natürlich mega anstrengend und zehrt an den Nerven. Klar sitze ich dann auch mal in der Küche vor meinen Laptop und der ganzen Zettelwirtschaft und könnte einen Schauer heulen. Niemand hat gesagt es würde mit Kind einfacher. Ganz im Gegenteil. Nichtsdestotrotz weiß ich jetzt mehr als jemals zuvor wofür ich mich so anstrenge und meine Abende opfere. Und ich bin nach wie vor der festen Überzeugung, dass das Studium die beste Zeit ist um Kinder zu bekommen. Man ist noch jung und kann sich seine Zeit frei einteilen. Im Berufsleben geht das später nicht mehr oder nicht so gut wie noch im Studium. Natürlich bedeutet es einen größeren Aufwand, aber in welchen Job bedeutet ein Kind keinen Mehraufwand und mehr Organisation?

Ich bin mehr als froh mich für unsere kleine Pupsbacke entschieden zu haben und auch das Studium trotzdem fortzuführen. Mit genug Selbstdisziplin und ein wenig Unterstützung schafft das jede(r)!

Bis bald,
eure Lisa

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