Joris wird 6 Monate...

... ein Rückblick.

Nehme ich mir genug Zeit für meine Beziehung? Bin ich zu perfektionistisch?


Vor fast genau 6 Monaten wurde aus der 22 Jahre alten Studentin Lisa, die gerne feiern und shoppen geht, sich für Make-Up interessiert und stundenlang am Schminktisch sitzen kann die Mama Lisa, die vom Tage des 21.08.2015 an vorerst nur noch Pampers wechseln und sich um das Wohl ihres Kindes kümmern sollte... Damals konnte ich mir noch nicht wirklich vorstellen was da auf mich zukommt und nahm es einfach so wie es kam. Vor Allem war ich froh endlich diese dicke Kugel los zu sein, die ich seit geraumer Zeit vor mir rumtragen musste. Außerdem freute ich mich unbeschreiblich endlich dieses kleine Wesen in die Arme zu nehmen, das da in mir gewachsen war. Bis heute kann ich es nicht wirklich begreifen, dass dieser kleine Mensch, so perfekt und fertig, wirklich in mir drin war.

War ich wirklich bereit für ein Kind? Diese Frage kann ich mit einem klaren "JA" beantworten. Auch wenn ich nicht wusste welche Verantwortung auf mich zukam, welche Anstrengungen mir noch abverlangt werden würden und was es denn dann in der Realität heißt eine Mama zu sein, so konnte ich mir zu dem Zeitpunkt nichts Schöneres vorstellen als mit dem Mann den ich liebe und mit dem ich für den Rest meines Lebens zusammen sein will, ein neues Leben zu schaffen und dadurch auf Ewig mit ihm verbunden zu sein. Klingt mega kitschig, ist aber irgendwie genau das was mir einfällt wenn ich an meine kleine Familie denke.

Natürlich klingt das vor allem danach als sei das Mutter-Sein ein Klacks. Das ist es definitiv nicht. Hätte ich gewusst wie wenig Schlaf ich in den ersten Monaten nach Joris' Geburt haben würde... ich hätte wohl die komplette Schwangerschaft schlafend verbracht. Mit der Geburt des ersten Kindes ändert sich einfach grundlegend ALLES. Plötzlich hast du eine ganz andere Sicht auf die Dinge, so ging es mir zumindest. Dir wird klar, dass Dinge die du früher als wichtig erachtet hast eigentlich total unbedeutend waren. Dein ganzes Leben dreht sich nur noch um diesen kleinen Menschen. So war es auch bei mir. Dabei kann es sehr schnell passieren, dass der Partner in den Hintergrund rückt und man vor lauter Mutter-Kind-Gedanken gar kein Auge mehr für den Menschen hat der dieses Wunder mit geschaffen hat.
Manchmal ertappte ich mich in der ersten Zeit dabei wie ich nur Joris und mich in meiner eigenen kleinen Welt sah und Joris' Papa eine nur sehr kleine Rolle darin spielte. Er konnte in meinen Augen kaum etwas richtig machen was den Kleinen anging. Irgendwie dachte ich jeder, abgesehen von mir, kümmere sich nicht optimal um Joris. Ich war zu perfektionistisch und zu sehr darauf fixiert ich sei die Einzige, die das Beste für mein Kind will. Das war grundlegend falsch und ich bin meinem Freund sehr dankbar, dass er mir das nicht übel genommen hat. Nach ein paar Wochen erkannte ich, dass ich definitiv lockerer werden und auch ihn mal Aufgaben übernehmen lassen musste. Wickeln, anziehen, füttern, ... Selbst wenn etwas mal nicht so ganz klappt wie ich es machen würde, so lege ich es jetzt nicht mehr auf die Goldwaage. Selbst wenn Joris' Klamottenwahl mal zu wünschen übrig lässt oder die Windel mal nicht ganz so sitzt wie ich mir das vorstelle, wenn mein Freund ihn gewickelt hat... Dann ist das eben so aber ich kritisiere ihn nicht mehr, schließlich gibt er sein Bestes und ist der wunderbarste Papa, den ich mir für mein Kind wünschen kann.

Was ich damit sagen will ist, dass man sehr gut darauf achten muss seinen Partner nicht zu vernachlässigen sobald ein Kind geboren wird, das man darauf achten muss gerade dann seine Beziehung zu pflegen, auch wenn einem das manchmal sehr viel Kraft abverlangt, da man als Mama häufig den ganzen Tag allein mit seinem Kind ist und abends meistens froh ist wenn man mal fünfe gerade sein lassen kann. Nehmt euch die Zeit für Zweisamkeit und achtet die kleinen Dinge, dann tut ein Kind eurer Beziehung keinen Abbruch.

Alles Liebe,
eure Lisa

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