#krimskramsimkopf - 16.11.2016

Von Schullaufbahn, Speck auf den Hüften und Optimismus zur richtigen Zeit...

Ich studiere auf Lehramt. Grundschullehramt um genau zu sein. Deutsch, Mathe, Englisch, Bildungswissenschaften. Ich wusste bereits, dass dieser Job genau der ist, den ich mal ausüben will als ich als 5-jährige das erste Mal eine Grundschule betrat. Meine damalige Klassenlehrerin, Frau Rüther, bestätigte mich nur noch in meinem Vorhaben. Sie war die tollste Lehrerin, die ich in meiner kompletten Schullaufbahn hatte - und diese Laufbahn sollte noch einige Schulformen und Lehrer zu Gesicht bekommen.
3,5 Jahre war sie meine Klassenlehrerin und ich war todtraurig als meine Eltern sich trennten und wir deshalb umzogen, ich also eine neue Klasse und somit auch eine neue Klassenlehrerin bekam. Das letzte halbe Jahr der vierten Klasse war eher semi-gut, obwohl meine Leistungen weiterhin konstant sehr gut waren. Es lohnte sich meiner Meinung nach nicht, mich an der neuen Schule besonders wohl zu fühlen, da ich sie so wie so bald wieder verlassen würde. Freunde gefunden habe ich natürlich trotzdem.

Ich hatte eine eingeschränkte Gymnasial-Empfehlung aber meine Mama entschied zusammen mit mir, dass ich erst einmal die Realschule besuchen sollte. Die Devise war lieber gute Noten auf der Realschule zu kassieren als schlechte auf dem Gymnasium. So kam es dann auch. Die Realschule hat mir echt Spaß gemacht und im Endeffekt bereue ich es überhaupt nicht diesen kleinen "Umweg" genommen zu haben, da ich der Meinung bin, dass man dort viel mehr Wissen vermittelt bekommt anstelle des so hochgelobten "Kompetenzerwerbs" des Gymnasiums. Was bringen mir Kompetenzen wenn ich vom Fachlichen keine Ahnung habe? Außerdem hatte ich auf der Realschule den besten Mathe-Lehrer überhaupt! Mathe war da noch voll mein Ding und machte mir richtig viel Spaß. Das sollte sich dann später noch grundlegend ändern...


So machte ich meine mittlere Reife mit Qualifikation für den Besuch der Oberstufe des Gymnasiums. Ging doch, so schwer war das gar nicht. Also hieß es ab September 2008 für mich: "Hallo, Oberstufe!". Die folgenden zweieinhalb Jahre sollten beschwerlicher werden als ich anfangs gedacht hatte. Damals gehörte ich nie zu den coolen Kids, sondern war immer das graue Mäuschen oder sogar der Außenseiter mit nur wenigen Freunden. Das mag man gar nicht denken, wenn man mich heute kennt. Immer einen Spruch auf den Lippen, gerne mit fremden Menschen in Kontakt tretend. All das war zu meiner Schulzeit undenkbar für mich. Ich war sehr in mich gekehrt und schüchtern. Sprach im Unterricht nicht gerne und mit Mitschülern auch nur dann, wenn ich ihnen wirklich über den Weg traute. Und von dieser Sorte Menschen gab es in meiner Stufe nur wenige. Und nur mit einer von ihnen pflege ich auch heute noch mehr oder minder regelmäßigen Kontakt. Es kommt nicht darauf an, wie oft man seine guten Freunde sieht, sondern wie eng diese Freundschaft ist.


2008
Wie auch immer, es war nicht einfach für mich und ich habe mehr als ein Mal daran gedacht das alles hinzuwerfen. Die Schule abzubrechen, weil ich den Sinn nicht gesehen habe der dahinter steckt sich jeden Morgen an einen Ort zu begeben, an dem man eigentlich gar nicht sein möchte weil dort nur Menschen sind, von denen man die meisten nicht auch nur ansatzweise leiden kann. Zugegebenermaßen war ich auch nicht ganz einfach. Sehr der alternativen Seite zugewandt, Musik hörend die andere als "Geschrabbel" bezeichnen würden. Ich war damals nicht dieses nagellackverliebte Mädchen, dass sich keiner Party am Wochenende verlegen ist und gerne im Mittelpunkt steht. Ich war moppelig, unzufrieden und hatte wuschelige, fast schwarze, Haare. Die traurige aber nun einmal absolut wahre Wahrheit.

Heute ist von diesem Mädchen nicht mehr viel übrig. Irgendwie habe ich es mit ach und Krach geschafft mein Abi mit einem miesen Schnitt von 3,4 zu bestehen. Irgendwie wurde nach der Schule alles anders. Ich war nicht mehr in dieses Korsett gepresst und konnte mir aussuchen, welche Menschen mich umgeben sollten. Das tat so gut! Und nach dem Abi ging es fast nur noch bergauf. Ich veränderte meinen ganzen Typ, nahm ab und fühlte mich wohler in meiner eigenen Haut. Je mehr Kilos purzelten, desto selbstsicherer wurde ich und desto weniger Angst hatte ich, mit fremden Menschen zu sprechen und sie kennen zu lernen. Man mag denken "Mit dem Alter kommt die Weisheit." Manchmal stimmt das tatsächlich.

Und jetzt? Ja, jetzt studiere ich im fünften Semester genau das, was ich immer machen wollte. Ich habe einen Mann und ein Kind. Hochs und Tiefs gibt es immer noch aber ich kann heute besser mit ihnen umgehen und habe mir einen gesunden Optimismus erarbeitet, der mir dabei hilft mit den Tiefs im Leben klar zu kommen. Ich habe nicht viele, aber dafür sehr gute Freunde, eine wunderbare Familie und das größte Geschenk, dass einer Frau auf Erden gemacht werden kann: Ein gesundes und glückliches Kind.

Gerade in den letzten Tagen habe ich wieder vermehrt vor Augen geführt bekommen, wie wichtig ein gesunder Optimismus im Leben ist. Wie wichtig es ist an sich zu glauben und daran, dass irgendwann alles gut wird. Es ist nicht immer einfach im Leben, aber das ist nicht nur bei einem Selbst so. Bei Anderen sieht man es nur nicht, wenn es ihnen schlecht geht.

Behaltet euch alle diesen Optimismus und denkt immer daran, dass nach jedem Tief auch wieder ein Hoch kommt!

Alles Liebe,
Lisa

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