Und dann wird dir schwarz vor Augen...

Was passiert, wenn du mit Kind allein zuhause plötzlich ohnmächtig wirst?


Ja, was passiert dann??
Was passiert, wenn J. auf die Idee kommt aus der Wohnung hinaus zu stiefeln?
Was, wenn er dann durch das Treppenhaus nach draußen gelangt? Wenn er auf die Straße läuft - ohne Schuhe und Jacke bei diesem Wetter? Wenn dann noch ein Auto kommt...
Oder wenn er die Herdplatten irgendwie anbekommt? Die schlimmsten Szenarien malte ich mir aus, am Mittwoch, als fast das worst case eintrat...
Am Mittwoch hatte ich so eine Angst um mein Kind, wie noch nie zuvor!

Erste Anzeichen.

Aber von vorne.
Bereits am Dienstagabend merkte ich, dass irgendetwas mit mir nicht so ganz in Ordnung war. Mir war schweinekalt und trotzdem schwitzte ich tierisch. In meinem Kopf machte sich jemand mit einem Hammer zu schaffen und mein Kreislauf wollte auch nicht so, wie ich.
Der Herzmann war beim Training und ich war auf mich allein gestellt. Irgendwie schaffte ich es aber doch noch, J. bettfertig zu machen. Erstaunlicherweise war dies der erste seit vielen Abenden, an dem er ohne zu quengeln ins Bett marschierte. Und ich? War nach dieser Aktion klitschnass geschwitzt und habe es noch irgendwie unter die Dusche geschafft, bevor ich mich fix und fertig um 20.30 Uhr ins Bett legte und noch vor meinem Kind einschlief...

Mein Gesundheitszustand verbesserte sich in der Nacht nicht - eher das Gegenteil war der Fall. Zweimal musste ich mich komplett umziehen, weil sowohl ich als auch das Bett komplett durchgeschwitzt waren.
An einen ruhigen Schlaf war nicht zu denken. Alle paar Minuten, so fühlte es sich an, wachte ich auf und hatte extremen Durst oder musste mich umziehen, weil ich so schwitzte.

Und dann sitzt du allein zuhause...

Am Mittwoch Morgen ging es mir nicht besser aber es blieb keine Zeit dem Herzmann das auch mitzuteilen weil er schon spät dran war, zur Arbeit zu kommen und ich keine Kraft hatte mich ihm noch mitzuteilen. Im Handumdrehen war er also zur Arbeit verschwunden - und ich saß mit J. allein zuhause.
Ich gab die Hoffnung nicht auf, dass es im Laufe des Vormittags besser werden würde, quälte mich zitternd und schwitzend aus dem Bett, um meinem Sohn sein Frühstück zu machen. In den Kindergarten sollte er an diesem Tag nicht gehen, da wir eigentlich mit einer Freundin verabredet waren, die mit ihren Kindern zum Mittagessen vorbeikommen wollte. Dort schaffte ich es aber noch abzusagen und bekam am Telefon erstmal einen Weinkrampf, weil ich vorne und hinten nicht mehr weiter wusste. Es tat mir alles so Leid aber ich konnte ja an der Situation in dem Moment auch nichts ändern.

Weiter als bis zur Couch schaffte ich es mit J. nicht. Dort schaltete ich den Fernseher an und hoffte, dass J. mir noch ein wenig Ruhe gönnen würde.
Er machte das alles so toll mit. Er war, ganz anders als sonst, mega lieb. Saß auf der Couch und schaute fern, holte sich selbst Salzstangen zum Knabbern. Ja, er befolgte sogar meine Anweisung neue Windeln aus seinem Zimmer zu holen, damit ich ihm mit letzter Kraft diese auch wechseln konnte. Ihr könnt euch nicht vorstellen, was für eine Anstrengung das für mich bedeutete. Danach war ich nassgeschwitzt und mein Kreislauf stand kurz vorm Kollaps.
Ich sah nur noch schwarze Sternchen in meinem Sichtfeld und wusste, dass das kein gutes Zeichen sein konnte. Bereits als Teenager musste ich schon diese unschöne Erfahrung machen, dass mir der Kreislauf versagt und kenne daher die Signale meines Körpers recht gut. So schnell es ging und mein Körper es noch mitmachte, begab ich mich in die Küche und nahm Traubenzucker und Cola zu mir - irgendetwas, was meinen Zuckerhaushalt wieder auf Touren bringen konnte.

Was passiert, wenn ich jetzt wirklich ohnmächtig werde?!

Da bekam ich so richtig Angst! Was, wenn ich hier und jetzt wirklich ohnmächtig werde? Was, wenn mein Sohn dann auf sich allein gestellt ist???
Was, wenn er in einer solchen Situation auf komische Gedanken kommt? Raus geht, sich selbst auf dem Balkon aussperrt, ohne Jacke und Schuhe? Wenn er die Herdplatte anmacht???
So versuchte ich meinen Mann anzurufen, der natürlich nicht an sein Handy ging. Irgendwann, nach einer gefühlten Ewigkeit, kam dann aber noch der erlösende Rückruf von ihm und ich konnte ihn bitten, sofort nach Hause zu kommen. Ich hätte es wahrscheinlich keine weitere Stunde mehr ausgehalten!

In den letzten Tagen war ich also damit beschäftigt mit Temperaturen zwischen 37 - 39 Grad und Schüttelfrost das Bett oder wahlweise die Couch zu hüten. Das, was mit diesem Horror-Erlebnis am Mittwoch begonnen hatte, entpuppte sich nämlich als handfeste fiebrige Infektion, die mich in den letzten Tagen so richtig ausgeknockt hat.
So ein Erlebnis wie diese Woche, brauche ich definitiv nicht nochmal.
Und irgendwie ist in diesem Semester der Wurm drin, bei uns. Wir kommen auf keinen grünen Zweig, weder was unsere Gesundheit angeht noch was den problemlosen Ablauf unseres Alltags angeht. Diese Phase zu überstehen, fordert mir momentan wirklich so einiges ab.

Euch allen wünsche ich viel Gesundheit in dieser dunklen Jahreszeit und ein Fünkchen mehr Glück, als wir es momentan zu haben scheinen.

Alles Liebe

Lisa

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