Der Start ins neue Semester... Ziele, Wünsche, Vorstellungen?

'"Sag' mal Lisa, wie sieht das eigentlich mit deinem Studium aus? Möchtest du das weitermachen oder wie sind deine Pläne?"
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Genau das fragte mich meine Mama vor nicht allzu langer Zeit. Und irgendwie war es wie ein Schlag ins Gesicht. Ja, wie sehen meine Pläne bezüglich meines weiteren Werdegangs eigentlich aus??
Von zwei geschriebenen Klausuren im letzten Semester habe ich nicht eine bestanden. Dabei hatte ich gelernt. Wirklich. Habe meine, sowieso schon sehr beschränkte Freizeit geopfert, um den Stoff zu wiederholen. Um zu versuchen alles in mich aufzusaugen. Und dennoch war es vergebens. Ich saß da, mit der Gewissheit ein halbes Jahr in den Sand gesetzt zu haben. Und ich fragte mich ob ich mehr hätte machen können oder sollen??

Das hat mich wirklich lang beschäftigt und so manche Träne gekostet aber letztendlich hätte ich nicht mehr machen können. Ich habe mein Bestes gegeben. Aber manchmal reicht selbst das Beste einfach nicht.

Und ich stand vor der Frage wie ich meinen Stundenplan im kommenden Semester organisieren soll.
Zwar sind es für mich bis zur Uni nur 15 Minuten, jedoch habe ich nur 2,5 Tage in der Woche, die ich für die Uni verplanen kann.
Joris wird nur in dieser Zeit durch die Tagesmutter betreut, also bin auch ich an diese Zeiten gebunden. Es ist jedoch recht schwer genau an diesen Tagen passende Kurse zu finden. Jetzt sitze ich hier, mit drei ausgefüllten Nachrück-Formularen und hoffe, dass ich noch in meine Wunsch-Kurse aufgenommen werde. Trotz des Zertifikats eine "familienfreundliche" Hochschule zu sein, ist es in Paderborn relativ schwer als Mama einen familienfreundlichen Stundenplan zu organisieren, da es häufig sehr dozentenabhängig ist, ob die gewünschten Kurse belegt werden können oder nicht (es geht um die Situation via Nachrückverfahren noch in Kurse aufgenommen zu werden).

Was das angeht bin ich in diesem Semester jedoch sehr zuversichtlich, da via Härtefallregelung für uns Mamis ja dann doch immer noch einiges drin ist.
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Aber mal zu meinen persönlichen Erwartungen. Wie sehen die eigentlich aus? Habe ich überhaupt Erwartungen oder Wünsche?
Eines ist sicher: In diesem Semester starte ich ohne zu hohe Erwartungen an mich selbst. Aber dennoch mit genug Druck mir selbst gegenüber, um endlich einmal die Leistungen zu bringen, die ich erbringen muss, um weiter zu kommen. Ich merke immer mehr, wie stark es mich belastet nicht endlich mal voran zu kommen. Am Ende vieler Semester die Ernüchterung zu haben, dass ich mehr hätte tun können. Ich möchte nicht mehr lang über Leistungen sprechen, sondern endlich auch mal Ergebnisse sehen mit denen ich zufrieden bin. Es geht dabei noch nicht einmal um mehr #metime - Zeit für mich. Die habe ich nicht, während des Studiums. Entweder bin ich Vollzeit-Mama und für mein Kind da oder ich bin Vollzeit-Studentin und arbeite für die Uni.
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In den letzten Semestern bin ich nie an meine Grenzen gegangen, habe viel schludern lassen und nicht wirklich ernst genommen. Aber das muss ich, um voran zu kommen. Nur so geht es. Und nur mit ein wenig mehr Selbstdisziplin komme ich weiter und meinem Ziel vielleicht endlich mal ein kleines Stück näher. In den letzten Semestern hatte ich mein Ziel aus den Augen verloren. Eines Tages einmal vor einer Klasse zu stehen und den Job auszuüben, der für mich nicht nur ein Beruf sein wird. Ich habe mich darauf ausgeruht eine Mama zu sein. Habe mein Kind vorgeschoben, um meine schlechten Leistungen zu entschuldigen. Das ist der falsche Weg.
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Aber zu dieser Erkenntnis zu kommen hat lange gedauert. Joris ist nun fast zwei Jahre alt, geht regelmäßig zur Tagesmutter und ich habe keine Entschuldigung mehr, weshalb ich keine Leistungen bringen kann. Auch wenn es schwer fällt und vieles kurzfristig wichtiger erscheint als die Uni - letzten Endes sind es nur Ausreden, um mich vor unangenehmen Aufgaben zu drücken.
Zu dieser Erkenntnis zu kommen war nicht leicht. Es hat mich zwei Semester gekostet, um einzusehen, dass ich mehr tun muss, um das zu erreichen worauf ich schon mein Leben lang hin arbeite.
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Und wenn mal wieder ein Tief kommt und ich das Gefühl habe alles andere der Uni vorzuziehen, bleibt mir immer noch dieser Text, der mich daran erinnern kann wofür ich das alles mache. Für meinen Traum, eines Tages mein Wissen an das Wertvollste weiterzugeben, das unsere Gesellschaft hat: Unsere Kinder.

xo,
Lisa

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